Reformationssonntag 2008-2009
RWB fordert bei Vorstellung des Calvin-Buches: Feiert Calvin, indem ihr die Welt verändert
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Die Theologen Jacques Mathey and Odair Pedroso Mateus des ERK betrachten das neue Calvin Buch mit Begeisterung. (Photo: Margaret Owen) |
Der Reformierte Weltbund (RWB), dessen Wurzeln zur protestantischen Reformation von Johannes Calvin im 16. Jahrhundert zurückreichen, fordert seine Mitglieder auf, 2009 dessen 500sten Geburtstag zu feiern, indem sie sich für die Einheit der Kirche einsetzen, soziale Gerechtigkeit fördern, die Schöpfung bewahren und Krieg und Gewalt thematisieren.
Der reformierte Kirchenführer wurde am 10. Juli 1509 in Noyon, Nordfrankreich, geboren. Er wurde bekannt für seine Rolle in der protestantischen Reformation in Genf, dem damals unabhängigen Stadtstaat, der 1815 Teil der Schweizerischen Eidgenossenschaft wurde.
„Wie feiern wir den Geburtstag einer Person, die nie selbst im Mittelpunkt stehen wollte?“, schreibt RWB-Generalsekretär Setri Nyomi in der Einleitung zu einem neuen Buch, das den Kirchen als Vorbereitung auf das Jubiläum dienen soll.
„Sein Leben und Dienst war auf die Verherrlichung Gottes ausgerichtet, sodass er jeden Versuch, irgendeinen Menschen hervorzuheben, mit Verachtung strafte.“
Das Buch „Das Vermächtnis Johannes Calvins: Denkanstöße und Handlungsvorschläge für die Kirche im 21. Jahrhundert“, wurde vom RWB und dem Internationalen Reformierten Zentrum John Knox in Genf veröffentlicht und am 10. Juli in Genf vorgestellt.
Nyomi erklärte: „Wir werden der Feier des 500. Geburtstags Johannes Calvins am ehesten gerecht, wenn wir uns erneut verpflichten, Gottes Mitarbeiter bei der Umwandlung der Welt zu sein.“
In dem Buch wird festgestellt, dass in Calvins Schriften, vor allem auch in seinen Predigten und seinem Handeln in Genf, immer wieder die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit auftaucht. Die reformierten Christen werden darin dringend gebeten, sich für wirtschaftliche Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, um Calvins Vermächtnis zu würdigen.
„Angesichts weit verbreiteter wirtschaftlicher Ungerechtigkeit und der offenkundigen und einen schnellen Klimawandel herbeiführenden Umweltzerstörung, können wir nicht schweigen“, so der Text des Buches.
Christen in den Industrieländern werden aufgefordert, ihren Konsum zu überdenken und ihren Lebensstil zu ändern, indem sie Energie sparen und für den CO2-Ausstoß Kompensation bezahlen. Die reformierten Kirchen werden aufgefordert, Calvin zu würdigen, indem sie sich mit „Gewalt und Zerstörung in Kriegen und bewaffneten Konflikten auseinandersetzen“, denn „Calvin hat Krieg als Mittel zum Dienst am Evangelium eindeutig abgelehnt“.
Die Kirche und ihre Einheit standen für Calvin im Mittelpunkt, heute aber sei „die reformierte Kirchenfamilie tief gespalten“. In fast allen Ländern gibt es mehrere reformierte Kirchen.
In dem Buch wird vorgeschlagen, das Jubiläum 2009 als eine Chance für die reformierten Kirchen zu sehen, die kirchliche Einheit und Kontaktbildung untereinander zu fördern. „Lernt die anderen reformierten Kirchen in eurer Nachbarschaft kennen und überlegt, wie ihr gemeinsame missionarische Vorhaben umsetzen könnt.“
Die Idee für das Buch kam von Lukas Vischer, dem bekannten, im März verstorbenen, schweizerischen Theologen. Er wollte die reformierte Christenheit anspornen, Calvins Geburtstag so zu feiern, dass durch sie die Welt verändert wird. Obwohl er die Veröffentlichung nicht mehr erleben konnte, hat fünf Tage vor seinem Tod noch eine Redaktionssitzung in seinem Haus stattgefunden, um letzte Korrekturen anzubringen.
„ Das Vermächtnis Johannes Calvins: Denkanstöße und Handlungsvorschläge für die Kirche im 21. Jahrhundert“, wurde von Nyomi herausgegeben und vom RWB und dem Internationalen Reformierten Zentrum John Knox veröffentlicht. Französische, deutsche und spanische Übersetzungen werden auch erhältlich sein.
Das Buch kostet 15.- CHF und kann bei warc@warc.ch bestellt werden. Mengenrabatt ist möglich.
